Für sozialpädagogische Fachkräfte

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Eine sich selbst reflektiernde Haltung gehört nicht nur zum selbstverständlichen Standard
in der sozialen, pädgogischen und pflegerischen Arbeit,
sondern ist eine wesentliche Kernkompetenz professioneller Praxis.

Für Fachkräfte

Reflexion als Qualitätsmerkmal

Eine sich selbst reflektierende Haltung gehört nicht nur zum selbstverständlichen Standard der sozialen, pädagogischen, pflegerischen Arbeit, sondern Reflexivität ist eine der wesentlichen Kernkompetenz professioneller Praxis. Mit ihr wird der wechselseitige Transfer zwischen Theorie und Praxis geleistet
„Der Grad der Reflexivität, zeigt den Grad der Professionalität an“ wie Joachim Weber, sagt.
Und Jürgen Ebert stellt in seinem Buch „Reflexion als Schlüsselkategorie professionellen Handelns“ (Hildesheim 2008) fest, das erst die professionelle Reflexion der beruflichen Praxis es ermöglicht „ (theoretisch fundierte Erfahrungs-) Wissen in (praktisches) Können umzuwandeln. Er rückt damit die Reflexion als Kernkompetenz in das Zentrum professionellen Handelns. Reflexion ermöglicht den notwendigen Perspektivwechsel. Es gilt sich selbst, die jeweilige Zielgruppe, die Situation und die Rahmenbedingungen in den Blick zu nehmen.

Als zentrale Bezugspunkte für die reflexive Auseinandersetzung sieht Ebert:

bgEinfluss persönlicher Faktoren in der professionellen Beziehung

bgEinnehmen einer multiperspektivischen Sicht

bgVerortung in den ethischen Standards sozialer (religionspädagogischer) Arbeit

bgAuseinandersetzung mit Machtfaktoren

bgTheoriegeleitete Reflexion

Vielmehr als fachwissenschaftliche Erkenntnisse, ist es die Reflexionsfähigkeit und Reflexionsmöglichkeit, die die eigene Praxis zu einer bewussten, rational geleiteten und damit veränderungsfähigen, ziel- und zielgruppenorientierten Praxis macht.
Fachwissenschaftliche Erkenntnisse erhalten ihren Stellenwert erst innerhalb dieser reflexiven Prozesse. Reflexivität weist den fachwissenschaftlichen Erkenntnissen ihren Stellenwert zu.
In diesem Verständnis ist die Praxis kein bloßes Anwendungsfeld von fachwissenschaftlichen und fachspezifischen Erkenntnissen.
Fachwissenschaftliche Erkenntnisse im Dialog mit der Praxis. Damit dieser Dialog fruchtbringend gestaltet werden kann, braucht es bei den Beteiligten die Bereitschaft zur (Selbst)Reflexion.

Damit ist Reflexivität – also die Fähigkeit sich auf eine Metaebene zu begeben, in Distanz zu gehen, andere Perspektiven einzunehmen - ein notwendige Kompetenz für eine zielgerechte Weiterentwicklung der beruflichen Praxis und trägt auf diese Weise zur Qualitätssicherung bei.
Viele andere Qualitätsmerkmale der eigenen Arbeit erhalten erst innerhalb eines reflexiven Prozesses ihren Stellenwert.
Modelle Kollegialer Beratung / Intervision können dazu beitragen, die Kernkompetenz „Reflexion“ in der eigenen Arbeit abzusichern.

Reflexivität bedeutet immer auch eine wertschätzende Art und Weise mit der eigenen Praxis umzugehen, die wiederum Folgen für ein verändertes, ressourcenorientiertes Handeln in eben dieser Praxis hat.

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